Manuel Beck

Manuel Beck (Foto: privat)

Live on stage


Kostproben

 

Elemente

Die Dämmerung drängt uns dem schwarzen Strom entgegen.
Pizzareste lassen wir in der Küche, Wortreste im Wohnzimmer zurück.
Was wir brauchen, tragen wir in und mit uns.
Den Traubensaft aus dem Tetra Pak, der in Strömen floss.
Die Papierrolle, die dem Fluss unserer Worte ein Bett bot
und sich gleich über das Ufer ergießen wird.
Die Fackeln, mit deren Kraft wir den Kreis der Elemente schließen:
vom Wind belebtes Feuer über der Erde neben dem Wasser –
vereint zu Ehren des fünften Elements, der Sprache.

Denn es ist sie, die fließt und weht und brennt.
In ihr liegt unser aller Fundament.


Utopia

Es gibt in allem, was besteht,
ein wahres Wesen, rein und klar,
die Seele, welche nie vergeht.
Man nennt sie auch Utopia.

Ein Zustand außerhalb der Zeit,
der sich so selten offenbart,
halb Zukunft, halb Vergangenheit,
doch niemals gänzlich Gegenwart.

Ein Ort, der nirgends existiert,
gleichwohl für jeden greifbar nah,
der seinen Glauben nicht verliert.
Sein Name ist Utopia.

Ein tief empfundenes Gefühl
wie warmer Regen auf der Haut.
In heißen Nächten herrlich kühl
für den, der sich ihm anvertraut.

Ein schwereloser Flug durchs All
und der Unendlichkeit gewahr.
Ein lauter Schrei in freiem Fall.
Was bist du nur, Utopia?

Ein Wort wie pure Poesie,
das Glück und Sinnlichkeit verspricht.
Doch bleibt es stets nur Phantasie,
die mit dem letzten Vers erlischt.

Die ewige Verkündigung.
Ein Wunschtraum, den ein Kind gebar.
Mal Sehnsucht, mal Erinnerung.
Das alles ist Utopia.

In diesem Leben unerreicht –
Idee, Gedanke und Vision.
Und letzten Endes gar vielleicht
des Menschen größte Illusion.

Was wohl aus uns’ren Träumen wird,
wenn alles eine Lüge war?
Ob selbst die Liebe langsam stirbt
gemeinsam mit Utopia?

Der Zweifel ist es, der zerstört,
sodass auch meine Hoffnung schwand.
Die Fragen blieben ungehört,
bis ich in dir die Antwort fand.

Ein Blick, der mir den Atem raubt.
Dein wahres Wesen, rein und klar.
Ich habe nicht umsonst geglaubt.
Denn du bist mein Utopia.


Publikationen
#2

ManuelBeck_CoverTraumende_Ansicht

Im März 2017 erschien Manuel Becks zweiter Lyrikband „Am Traumende“ im Selbstverlag. Neben Gedichten enthält er ein Kapitel mit Traumworten – Worte, die der Autor geträumt hat. Bestellt werden kann der Lyrikband für 11 Euro (inkl. Porto & Versand) per Mail  (Novemberlyrik(a)web.de) unter Angabe der Lieferadresse.

#1

Cover

Manuel Beck wurde 1979 in Ludwigshafen am Rhein geboren. Er absolvierte das Studium zum Dipl. Verwaltungswirt und arbeitet als Abteilungsleiter in einem Jobcenter. In seinen Texten beschäftigt er sich vornehmlich mit dem Zwischenmenschlichen. Am Ende November ist Manuel Becks erster Lyrikband. Einige der darin publizierten Gedichte wurden bereits davor in diversen Anthologien veröffentlicht. Hier erhältlich.


Presseartikel vom 19. März 2016 (Die Rheinpfalz – Ludwigshafener Ausgabe:
Rhpf-Artikel Manuel