Einem Freund

Marco Jammermann

Niemand erblickt ein Übel und wählts dennoch,
Sondern das Übel – es lockt ihn
Als sei es ein Gut
Und er läßt sich vom Übel,
Das ein Gut scheint, einfangen.

Der Freund aber muß warnen.
Und wenn der Freund selbst
Darüber zum Ärgernis wird,
So wird er es eben und muß es werden,
Sonst wär‘ er kein Freund:
Hat er gehandelt doch
Wie es Freundschaft fordert vom Freund.