Julian Wieder

Julian Wieder

Traum

Lieblicher Traum,
Es ist schon so spät.

Der süße Geschmack,
dein zarter Kuss,
ein scheuer Hauch
riecht fruchtig-frisch.

Dein Bild, meine Erinnerung
hypnotisiert mein Herz,
zerfließt in meinen Kopf,
verdampft auf meiner Haut.
Auf und davon.


Zuhause

Mein Mantel hängt an der Wand
in der Tasche ein Zettel
„Ich liebe dich!“ schreit eine Mädchenstimme.

Pink sticht mein Augenlicht,
überall verteilte Liebe aus Wut,
sogar die Schuhe tragen Flecken deiner Zuneigung.

Ich merke es  ist warm.
Die Heizung voll aufgedreht,
doch ob die Wärme das Herz erreicht ist fraglich.

Wie lange sollte man bleiben?
Wie lange den Drang nach Selbstschutz bekämpfen?
Wenn der eitle Eindruck ewig wirkt
bleiben Glücksgefühle im Aufzug stecken.

Mein Mantel verdeckt dein Schild,
„Heim schönes Heim“ sind also unsere letzten Worte.