Michaela Vogl

INNERER MONOLOG

Wie schnell geht eine Stunde vorbei?
Zuerst ist´s eine Minute, dann zwei und dann drei
Doch wie schnell zieht die Zeit
wirklich vorbei?
Und wie viel Subjektivität
steckt in diesem Gefühl?
Wie schnell geht die Zeit vorbei?
Und wie schnell sind wir
alle nicht mehr hier?
Wie schnell geht die Zeit vorbei?
Noch einmal zähle ich bis drei
bis vier und fünf und sechs und sieben
Nun, wo ist die letzte Minute geblieben?
Wo ist der Ort,
an den die Worte fliegen?
Und wo ist das Gefühl,
dass wir uns alle lieben?
Wo ist nur die Bedeutung geblieben
die all das wusste und all das tat
wozu ich keine Kraft hab
und was ich jetzt nicht mehr mag.
Ich kann nicht leben
ohne den Tag
den Tag an dem ich sah
dass die Zeit allein meine war.
Und wie schnell geht die Zeit nun vorbei?
Das ist wohl die Frage nach Huhn oder Ei.


Alice

18.11.15

Deep, deep down the rabbit hole.
Falling into fantasy land
drowing in pools of pessimism
when I come up.
Swiming, diving,
driving myself simply mad
rumbling in my head
seeing through
reality
without seeing anything
at all
without feeling anything
at all
Deep, deep down the rabbit hole
Alice just got lost
and all that remains of her
is just her dead body
sucked out of life
of will
of joy
telling her
these things have never been there
Only the drug
can give her happiness
deep, deep down the rabbit hole
things are stolen
lives are taken
but nobody knows
what´s going on
and nobody realizes
the dangers
down there.
Deep, deep down the rabbit hole
no rays of sun are touching the ground
and all the laughters
are in dreamlike distance
without really reaching
the listerner´s
ear.
Deep, deep down the rabbit hole
Nothing can be gained
Nothing can grow
and all you see
is just a tiny horror picture show
you are
addicted to.


10.01.16

Metatexte der Metatexte der Metatexte
erschrecken mich auf ihrer Metaebene
erheben sich zu Metaebenen
zu Wörtern
und Gedanken
die ohne Fleisch,
Worte
und Gefühle sind
Metaebene reiht sich auf Metaebene
doch keine Ebene
ist meta genug
alle
alle
sind unzureichend
sind nicht zu erreichen
sind
kaum zu begreifen
doch ihre Gedanken schleifen
mich mit sich fort
Wort um Wort
bildet sich der Wald
aus Gedanken
Schranken
werden gesetzt
und fest
im Boden verankert
im Boden
der „Tatsachen“
der Dinge
die wir tatsächlich dachten
der Dinge
die wir
vielleicht
wirklich machten.
Metaebene auf Metaebene
reiht sich das Gebilde
ohne Grund
Metaebene auf Metabene
von ganz oben
schaue ich in den Abgrund
der Worte
der Gedanken
die Wellen reißen mich fort
zu viel habe ich gedacht
das Gebilde
schwankt
und birst
unter meinen Füßen
ich falle
in das Gestoßenwerden.
Auf harten Erden
pralle ich
unsanft auf
um zu erkennen
dass ich blind war
blind bin
und blind sein werde
und wieder sehe ich die Gedanken
sich erneut auftürmen
ohne Grund
schaue ich hinunter
und sehe
Alice dort stehen
wir teilen die gleichen Augen
weinen dieselben Tränen
haben unterschiedliche Leben
doch unser Lachen
ist uns gemein.
Ich sehe sie immer kleiner werden
von immer weiter oben
von ganz oben
auf dem Turm
der neuesten Gedanken
manchmal frage ich mich
ob ich mich befreien sollte
oft bezweifle ich
dass es diese Freiheit wirklich gibt
bis zu dem Augenblick
da ich sie wieder erfahre
es ist ein wanken
und schwanken
im Wind
es ist ein weinen
und schreien
durch mein inneres Kind
das mich erinnern will
aufschütteln will
durchrütteln will
ich kann nicht mehr
ich bin müde
all der Achterbahnfahrten
der Emotionen
der Wellen
Virginia Wolf
soll mich holen
wenn sie kann!


Künstler sein

25.01.2014

Ich glaube
Kein Mensch wird Künstler
Weil es „sich lohnt“
Weil man bezahlt und geschätzt dafür wird
Im Gegenteil
Kann es für Kunst wohl schädlich sein
Sie zu veräußern
Um von ihr zu leben.
Denn plötzlich muss man „produzieren“
Wo vorher freies „Schaffen“ war
Und immer kann man sich „blamieren“
wenn die Qualität lässt nach.
Und dennoch will man gern verbinden
Zwang von außen, Druck von innen.
Denn Druck ist es, ja Drang, fast Zwang
Der das Werk zum Vorschein brachte
Und den Mensch zum Künstler machte.
Ja, so ist es wohl gescheh’n
Anders will es schlicht nicht geh’n
Kann nicht spüren, kann nicht fühlen
Die Wahl, die ich gehabt ha’m soll.
Trotzdem will ich mich entscheiden
Für das Ich, das in mir steckt
Und nicht länger dort verweilen,
Wo es immer zugedeckt.
Es muss hinaus, es will sich zeigen!
Und es kann sich schlicht nicht beugen
Vor dem Zwang sich zu veräußern.
Nein, um’s Teilen soll es geh’n
Was ich tu‘, ihr sollt es seh’n
Mein Leben ist zwar unbequem.
Doch eine Wahl, die hatt‘ ich nie.
Nein,
Die einzig Wahl, die uns hier bleibt
Ist, ob wir uns entgegen stell’n
Dem, was wir sind
Und was wir woll’n.